
1 Februar 2010
Trinkwasser-Lkw nach Haiti gesendet
Die Umweltorganisation für Sosúa, Montellano und Cabarete (Somonca) arbeitet mit der Defensa Civil zusammen und hat einen Daf Truck (10 Tonnen mit Allradantrieb) nach Port-au-Prince gesendet, beladen mit 250 Gallonen Container mit Wasser.
Der Lastwagen und der ihn begleitende Land-Rover wurden extra von der Firma 'Tractores del Norte' (Gerard Mulder) und Hubert Kotthoff gemacht.
Allerdings waren es die lokalen Behörden in Wassenaar (den Niederlanden), welche den gesamten Trip möglich gemacht haben durch eine großzügige Spende von 21.000 Euro!
Der Konvoi (LKW und Land-Rover) fuhren letzten Mittwochmorgen in Richtung Jimani, der letzten Stadt vor der Haitianischen Grenze.
Die Route führte uns über Santo Domingo, Azua und Barahona.
Wir nahmen leere Container mit, um Benzin zu sparen und in Barahona fanden wir eine saubere Stelle für Trinkwasser, wo wir die Container füllten, bevor wir nach einem billigen Hotel Ausschau hielten.
Nächsten Morgen brachen wir um 4.00 Uhr früh in Richtung Haiti auf.
Es gab keine Probleme an der Grenze.
Die Zollbeamten guckten nicht mal in unsere Pässe, da die Fahne der Defensa Civil hängte und deshalb hatte man genug Vertrauen in uns.
Trinkwasser-Lkw nach Haiti gesendet
Die kleine Strasse nach Port-au-Prince war voll mit Lastwagen, welche im Schneckentempo vorankamen.
Als wir der Hauptstadt näher kamen, sahen wir immer mehr und mehr durch das Erdbeben eingestürzte Mauern und Häuser.
Überall wo wir hinguckten sahen wir Haitianer die versuchten dinge zu reparieren.
Endlich erreichten wir gegen Nachmittag die Hauptstadt.
Viele Gebäude waren eingestützt und wir sahen improvisierte Camps für die Obdachlosen.
Aber die Strassen wurden gesäubert damit der Verkehr durch fahren kann und zu unserer Überraschung arbeiteten sogar die Straßenampeln.
Prort-au-Prince
Drei Organisationen baten uns, dringen Wasser zu bringen: 'Ärzte ohne Grenzen', 'World Parents' und die Organisatoren der Flüchtlingslager.
Die Stadt versank im Chaos und trotz des Versuchs Informationen zu bekommen und unsere Kontaktperson anzurufen, konnten wir die vorhin erwähnten Organisationen nicht finden.
Plötzlich trafen wir einen BBC TV Reporter, welcher uns bat, das Wasser sofort in eine Gegend außerhalb der Hauptstadt zu bringen, wo um die 10.000 Menschen unter Plastikplanen campten und dringend Wasser und Nahrung brauchten.
Die Humanitären Hilfen hat diese Heimatlosen und Verzweifelten Überlebenden noch nicht erreicht.
Wir fuhren geradewegs in das beschriebene Gebiet und sahen hunderte von kleinen Hütten aus Plastikplanen und Dingen, die sie fanden.
Trinkwasser-Lkw nach Haiti gesendet
Die Umstände unter welchen diese Menschen dort leben mussten waren einfach grausam!
Das mit all diesen Unterständen voll gestellte Areal war sehr groß und hinter den Hügeln konnten wir noch mehr kilometerlange Anreihungen von Unterstanden in der Ferne sehen.
Deshalb suchten wir eine kleine Anhöhe aus, von der aus wir das Wasser an die überraschten und entzückten Einwohner verteilten.
Sie kamen von weit und fern, Kinder und Erwachsene brachten Töpfen, Pfannen, Schüsseln und Flaschen zum Lastwaten, damit diese mit Trinkwasser gefüllt werden konnten.
Sie sagten uns, dass sie etwas Wasser hätten, aber es war nicht gut und man konnte es nur zum Waschen und Baden verwenden.
Sie hatten seit dem Erdbeben kein sauberes Trinkwasser mehr und bis jetzt kam noch keine Hilfsorganisation sie besuchen um ihnen in irgendeiner Weise helfen zu können.
Es gab auch Hunger.
Trotz der Tatsache, dass sie jeden Tag in die Hauptstadt gingen um nach Essen zu suchen, gab es zu wenig um alle mit Essen zu versorgen.
Als Hubert zurück in der Hauptstadt zufällig wieder den BBC Reporter sah, trafen sie einen Indischen Geschäftsmann, welcher, als dieser den Bericht über die armen Obdachlosen Menschen hörte, versprach dass er gleich nächsten Tag mit 1000 warmen Mahlzeiten zurück kommen werde, um der hungernden Bevölkerung zu helfen.
Container
Wir hinterließen vier Container.
Einen am Begin des Areals, zwei im Zentrum und einen weiter dahinter.
Die Firma Productos Sosúa gab uns einige Paletten, mit denen wir die Container auf eine höhere Plattform heben konnten.
Alle Container haben eine Leitung damit die Leute leicht an das Wasser ran kommen können.
Der Lastwagen, geleitet von Elias (einem Haitianer) und Josef Meier (Deutscher) blieben in Port-au-Prince um die vier Container täglich mit neuem Wasser befüllen zu können.
Das gespendete Geld der Gemeinde von Wassenaar reicht aus, um sauberes Trinkwasser für rund zwei Monate verteilen zu können.
Die anderen Teilnehmer der Reise, Gerard Mulder, Hubert Kotthoff, Milo Martinez (der Vorsitzende von Somonca) und Wim der Sosúa-Nachrichten Journalist) fuhren mit dem Land-Rover zurück nach Sosúa.
Der Koordinator von SOMONCA (Garry Kooy) wird versuchen, die Ärzte ohne Grenzen und die World Parents Organisation zu kontaktieren, um sicher zu gehen, dass das versprochene Wasser auch für sie zugänglich sein werde.
Trinkwasser-Lkw nach Haiti gesendet
SOMONCA möchte auch ihre Bemühungen erweitern, denn noch viel mehr Spenden werden erwartet.
Zum Schluss möchten wir der Gemeinde von Wassenaar danken für ihre großzügige Spende, welche den Namen 'Wasser für Haiti Projekt' bekam, vor allem dem Bürgermeister Pim van de Locht und Jac Stienen (beide aus Wassenaar).
Wir hoffen, dass die Einwohner dieser großzügigen Stadt tief in ihre Taschen fassen, damit SOMONCA weiterhin den verzweifelten Haitianischen Überlebenden helfen kann.